Schulmilch im Einsatz

Argumente für die Milch

Milch ist durch ihr ausgewogenes Nährstoffprofil als Bestandteil eines gesunden Pausenfrühstücks unschlagbar. Bereits ein Viertelliter Milch liefert einen Großteil aller Nährstoffe, die für die geistige und körperliche Fitness in der Schule notwendig sind.

Milchzucker
Das Kohlenhydrat der Milch ist ein wertvoller Energielieferant. Mit ihm bleiben die Kinder leistungsfähig.

Milchfett
Milchfett liefert ebenfalls wichtige Energie und sorgt dafür, dass die fettlöslichen Vitamine gut aufgenommen werden. Milchfett ist ein Geschmacksträger und sehr gut verdaulich.

Milcheiweiß
Milcheiweiß verfügt über eine hohe biologische Wertigkeit. Es ist Aufbaustoff für alle Körperzellen, besonders für Kinder im Wachstum.

Vitamine und Mineralstoffe
Diese Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem und sind an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Milch enthält unter anderem die Vitamine A, B1, D, B2 und B12. Und auch bei den Mineralstoffen ist sie ganz vorne mit dabei: Calcium, Phosphor und Magnesium sorgen für starke Knochen und Zähne.

Jod
Jod ist ein Spurenelement und unverzichtbar für die Schilddrüsenhormone. Milch und Milchprodukte tragen zur Deckung des Jodbedarfs bei.

Wasser
Milch besteht zu etwa 87% aus Wasser und trägt zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs bei.

Calcium
Die zur Deckung des Calciumbedarfs empfohlenen Milchmengen (inkl. Milchprodukte und Käse) pro Tag erreichen viele Kinder und Jugendliche nicht! Der Viertelliter Schulmilch deckt zwischen 25 und 35 % des Calciumsbedarfs pro Tag und trägt so maßgeblich zur guten Calciumversorgung bei.

Der Körper verbraucht über Nacht Energie, so dass die Reserven am Morgen aufgezehrt sind. Daher benötigt er neue Energie, um die Anforderungen des kommenden Tages gut bewältigen zu können. Ein ausreichendes Frühstück ist hierfür eine wichtige Voraussetzung. Oftmals kommen Kinder jedoch ohne Frühstück oder nach einem nur unzureichenden Frühstück zur Schule. Für diejenigen, die zu Hause frühmorgens nichts frühstücken können, ist eine gute und an die Bedürfnisse angepasste Pausenverpflegung dann besonders wichtig.

Um über den langen Schulvormittag konzentriert und leistungsfähig zu bleiben, eignet sich ein ausgewogenes Frühstück mit einer ausreichenden Menge an Kohlenhydraten. Dabei kommt es besonders auf die Qualität der ausgewählten Kohlenhydrate an.

Die Wirkung der einzelnen Kohlenhydrate aus Lebensmitteln auf den Blutzuckerspiegel wird wissenschaftlich durch den Glykämischen Index (GI) beschrieben. Lebensmittel mit einem niedrigen bis mittleren GI sorgen für eine lang anhaltende Sättigung und eine kontinuierliche Versorgung des Gehirns und des Körpers mit Energie (= stabile Leistungsfähigkeit).

Lebensmittel mit einem hohen GI hingegen fördern einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels und versorgen nur kurzfristig mit Energie (= schnell sinkende Leistungsfähigkeit). Milch pur verfügt über einen niedrigen GI (27) und ist somit ein idealer Bestandteil des Pausenfrühstücks. Bei Milchmischgetränken, die neben dem natürlichen Gehalt an Milchzucker von 4,8 % noch zugesetzten Zucker von durchschnittlich 4 % enthalten, liegt der GI (37) auch im niedrigen Bereich. Sie stellen daher ebenso eine gute Energiequelle dar.

Zu einer gesunden Schulverpflegung gehört eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit! Kinder haben einen hohen Flüssigkeitsbedarf. Sie sind immer in Bewegung, sowohl körperlich als auch geistig. Die Schulmilch trägt zur Flüssigkeitsversorgung bei, auch wenn sie zu den Nahrungsmitteln zählt. Ihr fester Platz ist deshalb beim Pausenfrühstück.

Leitungs- oder Mineralwasser und ungesüßte Tees liefern Flüssigkeit ohne zusätzliche Kalorien und sind daher den ganzen Tag über ideale Flüssigkeitslieferanten.

Häufig kommt die Frage auf, ob Milchmischgetränke (wie Kakao oder Erdbeermilch) durch ihren Zuckergehalt Übergewicht und Fehlernährung begünstigen.

Hier einige Antworten:

  • Milchmischgetränke bieten geschmackliche Abwechslung und können so dazu beitragen, dass Kinder generell an eine gesunde Ernährung mit Milch und Milchprodukten herangeführt werden. Die über die Milch reichlich gelieferten Nährstoffe Calcium und Eiweiß sind besonders wichtig während des Wachstums. Die Realität zeigt, dass nur etwa 10% der Kinder regelmäßig die Milch pur trinken und rund 90% den Milchmischgetränken den Vorzug geben.
  • Mit Rücksicht auf die Verzehrsgewohnheiten in anderen EU-Ländern wurde eine Zuckerzugabe von bis zu 7% in der EU- Schulmilchrichtlinie festgeschrieben. In Nordrhein-Westfalen wird dieser Höchstwert bei allen Schulmilch-Produkten mit durchschnittlich 4% zugesetztem Zucker deutlich unterschritten. Das sind 10 Gramm Zucker bei einem Viertel Liter Milchgetränk.
  • Was sind die Alternativen? Kinder bevorzugen stark gesüßte und teils koffeinhaltige Limonaden, Fruchtsaftgetränke und Nektare. Diese enthalten viel Zucker aber wenig andere wertvolle Nährstoffe und werden oftmals in größeren Getränkeeinheiten von 0,3 l bis 0,5 l angeboten.

Die beste Alternative an Getränken ist aber, wenn die Kinder Wasser, ungesüßte Tees oder auch stark verdünnte Fruchtsaftschorlen zum Durstlöschen angeboten bekommen, siehe hierzu auch die Broschüre „DGE-Praxiswissen - Trinken in der Schule“.